Tradition

Gruppenbild Bombay 1979 am "The Yogainstitute" Founder Shri Yogendra und Gerhard Unger mit Yogendra Familie.
Divya Naithani, Dr. Hansaji Yogendra, Frank Kaan Heydel 2018   A tributary video covering Dr Jayadeva Yogendra’s work & life      

Sri Yogendra: - Klassischer Yoga – Ein kurzer Überblick

 Was Yoga ist?

In wenigen Worten ausgedrückt, ist der Yoga eine Lebenseinstellung, die
körperliche, geistige, moralische und seelische Gesundheit schenkt und alles Unedle im Menschen zum Edlen sublimiert. Ein umfassendes, praktisches System der Selbsterziehung verhilft dazu, dieser großen Wissenschaft und Lebenskunst zu folgen. Die ineinander greifende Entwicklung von Körper, Geist und Psyche führt allmählich zu körperlichen Wohlbefinden, seelische Harmonie, moralischer Erhebung und wachsendem spirituellen Bewusstsein.

Das kulturelle Erbe

Seit undenklichen Zeiten gilt Yoga in der Kulturgeschichte Indiens unbestritten als die einzige praktische Lehre zu einer umfassenden körperlichen, geistigen, moralischen und spirituellen Erziehung. Durch ein ausgearbeitetes System praktischer Übungen (kriya -yoga) sublimiert er den Menschen zum Göttlichen. Seine Methoden zielen nicht nur darauf, dass Bewusste, sondern auch Schichten des Unterbewussten zu erreichen. Seine Körperübungen, Hygiene und Selbsttherapie umfassende Technik führt zu blühender Gesundheit und hoher Lebenserwartung, seine psychosomatischen und geistigen Übungen gewöhnen an moralische und geistige Disziplin und seine psychische Erziehung gipfelt schließlich in dauerhaftem Glück und Frieden.

Aus dem Buch: Klassischer Yoga, Eine Zusammenfassung der Orginaltitel: Yoga Physical Education, Yoga Essays, Facts about Yoga; Übersetzung Hella Naura, Herausgeber Gerhard Unger 1980.

Aus der Tradition des Yogainstitutes Santacruz (E) Mumbai, Indien

Shri Yogendra wurde als junger Collegestudent Schüler von Pujya Shri Paramahamsa Madhavdasaji. Und studierte Yoga in dessen Ashram in Malsar, Gujrat. Es war noch ein Lehrer - Schülerverhältnis der klassischen Art. Nach Jahren der direkten Erfahrung entschloss er sich, den Ashram zu verlassen und eine Familie zu gründen, weil er klar sah, dass Yoga aus "den Wäldern" heraus musste, um allen Menschen zugänglich zu werden. So wurde er zum Vater der modernen Yogarenaissance.

1920 ging er für vier Jahre in die USA und gründete ein Yogainstitut in Harriman, New York. Nach seiner Rückkehr kümmerte er sich um seinen alten Vater und heiratete. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu anderen Yogis. Er gründete eine Familie, einmal auf Wunsch seines Vaters und zu anderen aus Überzeugung.

Yoga musste sich im täglichen Leben als Familienmitglied und im Arbeitsleben positiv auswirken. Es sollte keine Methode für elitäre Zirkel sein, die in "splendid Isolation" ihre Meditation pflegen. Aus dieser Aufgabenstellung ergibt sich als "Arbeitsmethode" der klassische Yoga. Das heißt die Kombination aus Hatha,- Karma.- Jnana,- Bhakti, - und Rajayoga. Ziel ist die ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit, was sich im täglichen Dasein ausdrücken muss.

Zu erwähnen wäre noch, dass das Institut von Anfang an auf dem Gebiet der Psychosomatik und der Medizin tätig war. Es liegen Zehntausende von Behandlungsakten über alle Sparten menschlicher Erkrankung, die durch Yogatherapie geheilt wurden.

Im Jahre 1985 übernahm "Founders" älterer Sohn, Dr Jayadeva Yogendra (M.A. Ph. D) die Leitung des Instituts. Zusammen mit seiner Frau Hansa
Yogendra wurde das Yogainstitut zu einem Zentrum für persönliche und
gesellschaftliche Bildung. Dazu gehört nicht zuletzt auch das Gebiet der
Gesundheitsvorsorge.

Es finden regelmäßig Camps für Infarktpatienten, Diabetes - und Asthmakrank statt, wobei
heraus ragende Vertreter aus der Ärzteschaft zur Mitarbeit eingeladen werden. Zudem
finden groß angelegte Programme zu Lehrerbildung statt. Das Institut wurde vom indischen
Staat beauftragt, für Konzept und Durchführung zu sorgen.

Es gäbe noch viel zu sagen.

Was mich von Anfang an beeindruckte, und das war 1978 zu ersten mal, war die Wärme
und Einfachkeit, mit der diese großartigen Menschen ihr  Leben leben und mit der sie auch auf
ihre Schüler zugehen. Ich hatte  immer die Sicherheit, dass das, was von ihnen vertreten wird,
auch gelebt wird.

Das ist im Zeitalter der Turboyogis nicht selbstverständlich. In dieser Tradition sehen wir uns.
Yoga ist für uns kein Sport. Vielmehr versuchen wir, seine Prinzipien, Demut, Selbstreflektion,
Gewaltlosigkeit, zu leben und weiter zu geben.

Da jeder weiß, wie schwierig das ist, und das dies ein lebenslanges Arbeiten an sich selbst
bedeutet, ergibt sich hieraus unser Credo des immerwährenden bewussten Trainings auf
allen Ebenen der Persönlichkeit. Dies, lieber Leser zeigt sich auch im Kursangebot wieder.


Gerhard Pflug

 



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Gerhard Pflug, Autor des Buches:
Das Yoga Lehrbuch
Theorie und Praxis nach der ältesten Yoga–Schule der Welt.
Schirner Verlag ISBN 3 – 89767 – 163 - 8